Erst ab dann weg, so den Außenborderdiebstahl vermeiden

Außenborder sind häufig das Ziel von Diebstählen. Mit wenigen Maßnahmen können Bootsbesitzer das Risiko reduzieren.

Sie kommen im Schutz der Dunkelheit oder in unbeobachteten Momenten und haben ein Ziel: Hochwertige Außenborder, die überall in Europa und darüber hinaus weiterverkauft werden können. Dazu knacken die Täter Schlösser, flexen Bolzen ab und durchsägen Halterungen. Bis der Bootseigner den Schaden bemerkt, ist die „Ware“ längst auf dem Abtransport oder hängt schon an einem anderen Sportboot.

Für Täter ist es ein gutes Geschäft, schließlich geschieht der Transport unbemerkt. Der Diebstahl eines ganzen Bootes gestaltet sich im Gegensatz dazu aufwändiger und wird leichter entdeckt.

In der Sportboot-Vollkaskoversicherung sind solche unangenehmen Ereignisse wie Diebstähle von Teilen des Sportbootes versichert, doch bleiben Ärger, verlorene Urlaubsfreude und der Abzug von Selbstbeteiligungen. In der Spitze gab es jährlich bis zu 1500 Außenborderdiebstähle in Deutschland, inzwischen hat die Zahl nachgelassen. Die nachfolgenden Maßnahmen sind auf das Sportboot an sich und Bootstrailer gleichermaßen anwendbar.

Welche Strategien bieten sich zur Verhinderung von Diebstählen an?

  • Ungünstige Orte vermeiden
    Diebe kommen dort, wo sie am wenigstens gestört werden. Abgelegene Liegeplätze oder Bojenfelder erhöhen das Diebstahlrisiko.

  • Alle Daten und Merkmale der Motoren erfassen
    Im Schadensfall muss schnell gefahndet werden. Genaue Daten, Angaben zum Motor und Fotos entscheiden über den Erfolg. Dafür gibt es den sogenannten Bootspass. Eigner tragen wichtige Informationen zum Boot wie Eigentümerdaten, Typ- und Seriennummern ein. Die Angaben sind im Falle eines Diebstahls gleich in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung; zur Erfassung, Fahndung und den Versicherungsfall.
    Hier erhalten Bootsbesitzer den Bootspass: Polizeilicher Bootspass

  • Außenborder codieren lassen
    Codieraktionen gibt es immer wieder. Bei den Terminen bekommen die Außenborder eine eindeutige Gravur und das erschwert den illegalen Verkauf. Mit steigendem Entdeckungsrisiko sinkt das Interesse möglicher Täter. Mitarbeiter der polizeilichen Prävention führen die Codierung durch und es gibt sogar Aufkleber mit abschreckender Wirkung. Termine erfährt man bei der nächsten lokalen Wasserschutzpolizei, hier sind die Kontaktadressen zu finden: Anschriften und Zuständigkeiten der Wasserschutzpolizeien der Länder

  • Stabile Schlösser, geschützte Bolzen
    Je größer der Widerstandswert eines Schlosses oder einer mechanischen Sicherung, desto schneller sinkt das Interesse von Tätern. Der Fachhandel bietet eine große Auswahl geeigneter Schlösser und mechanischer Sicherungen.

  • Tracking-Systeme
    Elektronische Sicherungen und Ortungsgeräte verhindern manchen Einbruch- und Diebstahlversuch.
    Die Systeme melden es, sobald sich jemand am Boot zu schaffen macht oder sich der Standort des Bootes ändert. Selbst ein kleiner Ortungstracker für unter 20 EUR ist besser als nichts. Richtige, GPS-gesteuerte Geräte funktionieren auf andere Weise, sie bieten mehr Schutz und sind meist fest eingebaut.

  • Weitere alternative Maßnahmen
    – Nachbarschaftshilfe, man schaut aufeinander
    – Einzäumen von Trockenliegeplätzen
    – Beleuchtung, Bewegungsmelder
    – Videotechnik mit Alarmauslösung

  • Und wenn es passiert ist?
    Bootspass, Rechnung und Bilder werden idealerweise online gespeichert. Besteht kein Vertrauen in eine Cloud, schreibt man sich selbst eine E-Mail mit Anhang oder speichert alles lokal auf dem Smartphone.
    Im Schadensfall spielt Zeit eine große Rolle. Obige Maßnahmen machen eine schnelle und genaue Fahndung möglich

Fazit

Trotz Kaskoversicherung ist die Variante „Kein Diebstahl“ die beste von allen. Eine vollständige Garantie wird es nie geben, doch mit obigen Maßnahmen reduziert sich das Diebstahlrisiko.